Bigband Of The Deutsche Oper Berlin feat. Biréli Lagrène, Mathilde Vendramin, Thomas Pigor & Manfred Honetschläger
Biographie Bigband Of The Deutsche Oper Berlin feat. Biréli Lagrène, Mathilde Vendramin, Thomas Pigor & Manfred Honetschläger
Manfred Honetschläger
spielte nach einem klassischen Orchester-Studium als Posaunist in Sinfonie- und Opernorchestern wie auch in Jazz-Formationen und Bigbands, u. a. im European Jazz Orchestra von Jerry Mulligan. Des Weiteren studierte er Komposition und Arrangement bei Bill Dobbins und Rayburn Wright an der Eastman School of Music, bei Kenny Napper am Konservatorium in Hilversum sowie bei Bob Brookmeyer und Jim McNeely (im Rahmen eines GEMA-Stipendiums) an der Musikhochschule Köln.
Nach einigen Jahren im Opern- und Museumsorchester Frankfurt am Main wechselte er in die Bigband des Hessischen Rundfunks. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Radio-Sinfonieorchester Warschau und dem Filmorchester Babelsberg, wo er als Dirigent, Komponist und Arrangeur für Musik- und Filmproduktionen tätig ist. Er leitete projektweise die Bigband des Hessischen Rundfunks bei Cross-Over-Programmen (u. a. mit Bela B., Laith Al Deen, Pe Werner), beim Jazz Festival Frankfurt (Aki Takase, Rudi Mahall) und die SWR-Bigband bei der Eröffnung des Klavier-Festivals Ruhr.
Er komponierte Kammermusik, eine Jazz-Messe, Hörspielmusiken (wie z. B. im Jahre 2013 „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg“), ein Bigband/Jazz-Kinderprogramm, Schauspielmusiken und Cross-Over-Klassik (u. a. für das HR Sinfonieorchester, das MDR Sinfonieorchester, das Mahler Chamber Orchestra und Orchester & Bigband der Deutschen Oper Berlin). Darüber hinaus unterrichtete er in der Abteilung Jazz / Popularmusik der Musikhochschule Frankfurt am Main.
Biréli Lagrène
Seit den 1980er Jahren ist Biréli Lagrène weltweit der unangefochtene König der Jazzgitarre.
In den frühen 80er Jahren galt Lagrène als Wunderkind auf seinem Instrument. Seine Geschichte beginnt 1966 in Saverne in der Region Elsass. Er wurde in eine Musikerfamilie geboren, wo er schon früh von seinem Vater und später von seinem Bruder an die Gitarre herangeführt wurde. Entdeckt wurde Bireli von Matelot Ferré, dem Begleiter von Django Reinhardt.
In diesen frühen Jahren war Bireli Lagrène stark von Django Reinhardt beeinflusst. Er ließ sich von den Refrains des Meisters inspirieren, hörte sich seine Platten immer wieder an und versuchte zunächst, das Gehörte nachzuspielen, bevor er seinen eigenen Stil fand. Dieser einzigartige Stil ist auf Lagrènes ersten Alben zu hören: „Routes to Django“ (1980), „Bireli Swing '81“ (1981) und „Fifteen“ (1982). Eine Art Trilogie in Form eines „freien Manifests“, entsprechend der Etymologie des Wortes „manouche“ („freier Mensch“). Musik und insbesondere Jazz sind für ihn also mit einer ursprünglichen Freiheit verbunden, „einer Freiheit, die keine Grenzen kennt...“. „Django hat mir geholfen, zu sehen, was anderswo passiert“, sagt er.
Biréli Lagrène wurde nicht nur von Django Reinhardt beeinflusst, sondern auch von Wes Montgomery und George Benson und wandte sich bald der Fusion von Jaco Pastorius und Weather Report zu.
Ab 1986 begann Biréli Lagrène, der bereits mit Stéphane Grappelli und Larry Coryell zusammengearbeitet hatte, sein Abenteuer Fusion und vertiefte dabei seine Erfahrungen und Begegnungen. Er zögerte sogar eine Zeit lang, welches Instrument er wählen sollte (unter dem Einfluss von Pastorius war er ein hervorragender Bassist geworden). Schließlich entschied er sich für die Gitarre und entwickelte in einer Entdeckungsphase einen umwerfenden Stil, der von einer außergewöhnlichen Anpassungsfähigkeit und einem Improvisationstalent zeugte, das ihn zu den Größten seiner Zunft zählen ließ. Es folgten zahlreiche Kooperationen. Lagrène spielte an der Seite von John McLaughlin, Paco de Lucia, Al Di Meola, Jack Bruce und Ginger Baker (für eine vorübergehende Wiedervereinigung von Cream), Stanley Clarke, Miroslav Vitous, Lenny White und Mike Stern. Diese beeindruckende Liste enthält noch nicht einmal die beiden Live-Alben, die er mit Jaco Pastorius aufgenommen hat.
1990 erscheint das Album „Acoustic Moments“, eine wunderschöne Synthese verschiedener Stile. Es bewegt sich auf dem schmalen Grat zwischen traditionellem Jazz und Fusion. Mit „Standards“ (1992) findet Lagrène schließlich die richtige Mischung und erntet sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum großen Beifall.
Als Biréli Lagrènes „Viaggio“ (1993) auf den Markt kam, fiel dies mit seiner stetig wachsenden Anerkennung auf nationaler und internationaler Ebene zusammen. 1993 gewann er den begehrten „Django d'Or“ (den Goldenen Django) und 2001 den „Victoires de la Musique“ (das französische Pendant zum Grammy, verliehen vom französischen Kulturministerium für herausragende Leistungen in der Musikbranche) für „Front Page“ (2000). Ein „Power-Trio“ mit Dominique Di Piazza und Dennis Chambers, das für Universal Aufnahmen macht, krönt den Erfolg und die Popularität des „Gipsy Project“ (2001). Mit 35 Jahren, nachdem er fast alle Facetten der modernen Gitarre gespielt und mit einigen der besten Jazzmusiker weltweit zusammengearbeitet hatte, beschloss Biréli Lagrène, sich der Musik seiner Wurzeln zu widmen. „Gipsy Project & Friends“ (2002) fasziniert mit unverfälschter Spontaneität.
Ganz in der Tradition des Gypsy Jazz veröffentlichte er 2004 das Album „Move“, das die Besonderheit aufweist, dass die Violine durch ein Saxophon ersetzt wurde. Ein beeindruckendes Repertoire. Mitreißender Swing. Das Album ist meisterhaft. Mit wachsendem Erfolg tourte er mit seinem Gipsy Project durch die größten Festivals, bis er 2005 im Olympia triumphierte. Auf dieser Aufnahme war auch Sylvain Luc als Gastgitarrist zu hören. Im Oktober 2006 veröffentlicht Dreyfus Jazz anlässlich des 40. Geburtstags dieses herausragenden Musikers eine außergewöhnliche Doppel-CD: „Djangology“ (mit der WDR Big Band Köln) und „To Bi or Not To Bi“ (Soloaufnahme).
In den letzten 17 Jahren – gekrönt durch die Verleihung der „Medaille des Chevalier des Arts et des Lettres“ im Jahr 2012 – veröffentlichte Lagrène dreizehn Alben, darunter „The Alternative“ zusammen mit Jimmy Rosenberg und Angelo Debarre, „D-Stringz“ mit Stanley Clarke und Jean-Luc Ponty, mit Rony Lakatos „Tribute to Stéphane & Django“, mit André Charlier und Benoît Sourisse „Remembering Jaco“ und solo „Solo Suites“, das 2022 veröffentlicht wurde.
2023 veröffentlichte Biréli Lagrène zusammen mit Hono Winterstein (Rhythmusgitarre) und Diego Imbert (Kontrabass) ein Nebenprojekt namens „Bireli Lagrene plays Loulou Gasté“, ein großartiges Songbook, das dem Repertoire eines der bedeutendsten Autoren der Blütezeit des französischen Chansons, Louis Gasté, gewidmet ist.
Biréli Lagrène setzt seine musikalische Karriere bis heute fort, ohne sich auf einen bestimmten Stil festzulegen, sondern vielmehr seinen Wurzeln treu bleibend.
Thomas Pigor
(*1956) ist seit 1995 Teil des Duos „Pigor singt – Benedikt Eichhorn muss begleiten“ (Volumen 1-10). Mit ihrem „Salon Hip Hop“ gelten die beiden zu den innovativsten Künstlern in der deutschen Chansonszene. Mit ihrem französischsprachigen Programm „Volume F” waren sie Gast auf dem Festival von Avignon. Seine musikalische Radiokolumne „Chanson des Monats“ (2010-2018) wurde in 100 Folgen regelmäßig von SWR2 und dem Deutschlandfunk ausgestrahlt. Ebenso ist er als Librettist, Komponist und Übersetzer für das Musiktheater tätig. Unter anderem schrieb er die Operetten DREI MÄNNER IM SCHNEE (2019) und OH! OH! AMELIO!« nach Georges Feydeau, die in München am Staatstheater am Gärtnerplatz uraufgeführt wurden.
2023 wurde er mit dem »Deutschen Musikautor*innenpreis« der GEMA und 2024 mit dem »Deutschen Musicaltheaterpreis« für die besten Liedtexte ausgezeichnet.
Mathilde Vendramin
ist eine französische Cellistin, Sängerin und Komponistin, die in Berlin lebt und mit ihrer musikalischen Vielseitigkeit beeindruckt. Ihre Ausbildung in Musikwissenschaft, klassischem Cello und Vocal Jazz prägt ihren einzigartigen Stil, der Genres mühelos verbindet.
Ihre Liebe zu Poesie, Theater und Spoken Word verleiht ihrer Musik eine besondere lyrische Tiefe. Mit innovativem Klang und starker Bühnenpräsenz ist sie eine prägende Stimme der Berliner Jazzszene.
BigBand der Deutschen Oper Berlin
Als eigentliche Geburtsstunde der BigBand gilt ein Benefizkonzert im Jahre 2005 mit den zwölf Blechbläsern und einem Schlagzeuger des Orchesters der Deutschen Oper. Anfangs leitete der Baritonsaxofonist Rolf von Nordenskjöld die Band. Inzwischen sorgt der Jazzposaunist, Komponist und Arrangeur Manfred Honetschläger für den richtigen Sound. Stars wie Katharine Mehrling, Madeline Bell, Lyambiko, Jocelyn B. Smith, Pe Werner, Bill Ramsey, Georgie Fame, Jiggs Whigham, Jeff Cascaro und Richard Galliano waren bereits Gäste.
In Zusammenarbeit mit Generalmusikdirektor Sir Donald Runnicles fanden mehrere Crossover-Konzerte, sowie 2016 die Uraufführung des Jazzmelodrams „Die Verführung des Pentheus“ von Manfred Honetschläger auf der großen Bühne der Deutschen Oper mit dem Orchester und der BigBand der Deutschen Oper Berlin mit dem Schauspieler Ben Becker statt. Weitere Höhepunkte waren ein Konzert mit Paul Kuhn im Juni 2012, der dabei zum letzten Mal mit einer Bigband auftrat. Ihr zehnjähriges Jubiläum feierte die BigBand im März 2016 mit einem fulminanten Konzert vor ausverkauftem Haus mit den Solisten Torsten Goods, Polly Gibbons und dem Trompeter Till Brönner. Im April 2018 war die BigBand der Deutschen Oper Berlin zu einem dreitägigen Gastspiel nach Warschau eingeladen, in dessen Rahmen zwei Konzerte zusammen mit den Warschauer Philharmonikern stattfanden. An der Deutschen Oper Berlin tritt die BigBand neben ihrer etablierten Reihe Jazz & Lyrics in der Tischlerei auch regelmäßig auf der großen Bühne auf, so im April 2022 mit Ute Lemper als Stargast. 2022 war die BigBand Gast beim Musikfest Berlin, wo sie zusammen mit Musiker*innen des Orchesters und des Jazz Institut Berlin sowie dem Trompeter Randy Brecker Charles Mingus‘ opus summum „Epitaph“ aufführten, das inzwischen auch als CD vorliegt.
Drei CDs sind bisher bei monsrecords erschienen: Die 2008 erschienene CD „Premiere“ entstand zusammen mit Bill Ramsey, eine zweite erschien 2010 unter dem Titel „How long is now?“ zusammen mit Pascal von Wroblewsky. Die dritte CD „A Soul Journey“ ist ein Konzert-Mitschnitt des RBB vom Februar 2018 mit Solisten, Chor und Bigband, in der Christian „The Voice“ Brückner durch die Geschichte des Soul führt. Ebenfalls zusammen mit Christian Brückner entstand auf Basis des Erzählkonzerts „Die Ballade von Robin Hood“ das gleichnamige Hörbuch, basierend auf John von Düffels Nacherzählung mit Musik von Martin Auer, das 2023 erschien und als beste Hörbuchproduktion den deutschen Jazzpreis erhielt. Bereits 2021 entstand zusammen mit Martin Auer und Christian Brückner Kiplings „Das Dschungelbuch“ und 2024 „Das Gespenst von Canterville“ nach Oscar Wilde.
