Ernst Breidenbach, Ingo de Haas, Thomas Rössel, Mikhail Nemtsov
Biographie Ernst Breidenbach, Ingo de Haas, Thomas Rössel, Mikhail Nemtsov
Ernst Breidenbach
begann seine Konzerttätigkeit 1976 als Preisträger im Bundeswettbewerb der Arbeitsgemeinschaft der Konservatorien, Akademien und Hochschulinstitute der Bundesrepublik Deutschland im Duo mit der Flötistin Veronika Schäfer. Ersten Erfolgen als Solist in Mozart‘s Es-Dur Konzert KV 482 ∗ unter der Leitung von Matthias Husmann folgten Konzertreisen als Solist und Kammermusikpartner nach Frankreich, Tschechien, Österreich, Schweiz und die USA.
Seine Neugier auf unerschlossenes Repertoire für zu Unrecht in Vergessenheit geratener KomponistInnen prägen neben der Pflege des Solo- und Kammermusikrepertoires seine vielseitigen Programmkonzepte. So entstanden rund 40 Rundfunk- (beim HR, BR, DLF, Dradiokultur, MDR, SWR) und 20 CD-Produktionen. Wie schon zu Studienbeginn spielt Breidenbach immer wieder Neue Musik: Im Duo Pianarmonio mit Jan Hennig zur Zeit dem Duo gewidmete Werke von Karola Obermüller, Tommy Ballestrem, Alois Bröder, Peter Gilbert, Christoph Schickedanz, Johannes M. Michel, Oliver Kolb, Michael Pelzel, Toni Völker und Marko Zdralek, mit dem hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Lucas Vis und Mitgliedern des ensemble modern unter Frank Ollu Werke des 2010 verstorbenen Frankfurter Komponisten Reinhold Finkbeiner.
Kammermusikpartner sind der lyrische Tenor Markus Schäfer, der Geiger Christoph Schickedanz und der Kunstharmonist Jan Hennig.
Ernst Breidenbach erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Vorschulalter und studierte nach dem Abitur bei Werner Hoppstock, Rainer Hoffmann, Aloys Kontarsky und Günter Ludwig in Darmstadt und Köln.
1980, noch während seiner Studienzeit, erhielt der damals 24-jährige einen Ruf als Klavierpädagoge an das Konservatorium der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Als Herausgeber ist er für Bärenreiter (Karg-Elert Lieder), Zimmermann (Finkbeiner Flötensonate) und den eigenen Melibokus-Musikverlag (Röntgen, Gernsheim) tätig.
Der Pianist gab bei Mozarts Klavierkonzert eine beeindruckende Vorstellung. Sein ausgeglichenes, heiter anmutendes Spiel zeigte Mozart als den „Götterliebling“, wie er im Buche steht. Das Konzert gewann durch die Bestimmtheit in der plastischen Gestaltung des Klavierparts, durch dessen Ebenmaß, das von keinen unnötigen Forcierungen beeinträchtigt wurde, so viel an Faszination, dass man es gerne öfter hören würde.
(Dr. Jo Trillig, Darmstädter Echo 1981)
Er besitzt Klangsinn und eine Anschlagskultur, die es ihm erlauben, gesangliche Linien expressiv auszuspielen, virtuoses Figurenwerk als „Kontrapunkt“ – nicht als Selbstzweck – darzustellen, markante Oktav- und Akkordstellen ohne falsche Zurückhaltung, aber auch ohne übertriebenes Pathos herauszuheben.
(Prof. Dr. Klaus Trapp, Darmstädter Tageblatt 1981)
Ingo de Haas
Im Alter von sieben Jahren erhielt Ingo de Haas seinen ersten Violinunterricht. Zu seinen Lehrern gehörten u.a. Karl-Albrecht Herrmann und Ulf Hoelscher. Ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes DAAD führte ihn für ein Jahr an die Guildhall School of Music & Drama in London, wo er seine Studien bei David Takeno fortsetzte. Meisterkurse bei renommierten Streichquartetten wie dem Melos-Quartett, dem LaSalle-Quartett und dem Amadeus-Quartett rundeten seine intensiven Kammermusikstudien bei Jörg-Wolfgang Jahn (Bartholdy-Quartett) in Karlsruhe ab. Verschiedene Auszeichnungen kürten seine musikalische Ausbildung. Neben ersten Preisen bei "Jugend musiziert" bekam er 1992 den "Förderpreis der Europäischen Wirtschaft" und war Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung.
Sein breitgefächertes solistisches Repertoire enthält neben den gängigen Werken auch seltener zu hörende Violinkonzerte wie das von Erich-Wolfgang Korngold, Philip Glass oder Igor Strawinsky. Ausgewählte Programme führen ihn immer wieder als gern gesehenen Gast zu Festivals, zahlreiche Auftritte im In- und Ausland ergänzen sein vielfältiges musikalisches Engagement. Ingo de Haas konzertierte unter anderem bei den Bremer Philharmonikern, der Polnischen Kammerphilharmonie, dem Orchester des Staatstheater Darmstadt und dem Frankfurter Museumsorchester (zuletzt mit den Violinkonzert von Alban Berg und Antonin Dvorak in der Alten Oper Frankfurt).
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Kammermusik. Neben dem gängigen Kammermusikrepertoire hat Ingo de Haas sich auch mit der Aufführung barocker und frühbarocker Musik einen Namen gemacht. Zu seinen renommierten Partnern gehören Ulf Hoelscher, Mitsuko Shirai und Scot Weir ebenso wie das Menuhin-Festival-Piano-Quartett. Einige Jahre verband ihn eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Klaviertrio „Trio inC“ und dem Phonos-Quartett. Seit 2007 ist er Primarius des gemeinsam mit Solostreichern des Museumsorchesters neu gegründeten Hindemith-Quartetts. Des öfteren trat er auch mit dem Tangoensemble „Tango efusión“ von Pablo Ardouin auf.
Konzertreisen führten ihn durch fast ganz Europa, Südamerika und Japan. Seine künstlerische Vielfalt wird durch zahlreiche Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen belegt. Kürzlich erschien seine jüngste CD, die Gesamteinspielung aller Werke für Violine und Klavier von Wilhelm Petersen.
Bereits im Alter von 25 Jahren wurde Ingo de Haas erster Konzertmeister am Staatstheater Darmstadt. Seit Sommer 1999 ist er in gleicher Funktion an der Oper Frankfurt/Main tätig. Außerdem betreut er eine eigene Violinklasse an der Musikhochschule Frankfurt.
Thomas Rössel
1975 in Spremberg geboren und auf dem Land aufgewachsen, wagte Thomas Rössel mit 13 Jahren den Sprung in die Hauptstadt, um die Spezialschule für Musik Hanns Eisler zu besuchen. Das darauffolgende Studium führte er an der namensgleichen Musikhochschule fort. In die insgesamt acht Jahre in Berlin waren zwei Jahre Praktikum beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, 18 Monate Zivildienst und fast drei Jahre an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker eingeschlossen. Seine Studien setzte Thomas Rössel an der Hochschule für Musik Weimar fort. Kurz darauf trat er seine erste Stelle als Erster Solobratscher des Gewandhausorchesters Leipzig an. Seit 2003 freut er sich, die gleiche Position im Frankfurter Opern- und Museumsorchester Frankfurt ausfüllen zu dürfen. Seine Leidenschaft gilt ‒ neben den Opern von Richard Strauss und Mozart ‒ der Kammermusik (speziell dem Quartettspiel) und der Lehrtätigkeit. In seiner Freizeit widmet er sich dem Geigenbau und dem Snookerspiel.
Mikhail Nemtsov
wuchs in St. Petersburg auf und zog nach seinem Abschluss an der Rimski-Korsakow-Spezialmusikschule nach Manchester, wo er an der Chetham’sSchool of Music und dem Royal Northern College of Music studierte. Zu seinen hervorragenden Professoren gehörten u.a. Nicholas Jones, Hannah Roberts, Ralph Kirshbaum und Gary Hoffman. Als Solist tritt Mikhail Nemtsov weltweit auf. Zu den jüngsten Höhepunkten seiner Karriere zählen Konzerte mit dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Philharmonia Orchestra London, dem Porto Symphony Orchestra, dem European Union Chamber Orchestra, der Manchester Camerata und dem London Festival Orchestra. Er wurde mit dem Pierre Fournier Award, der Goldmedaille des Royal Northern College of Music und der Silbermedaille beim Rostropovich Memorial Wettbewerb ausgezeichnet. Mit seiner Schwester spielt er im NemtsovDuo, von dem kürzlich eine CD bei Azurro Records und eine weitere bei CMF erschien. Mikhail Nemtsov lehrte am Birmingham Conservatoire und am Royal Northern College of Music, wo er die Stelle des Associate Honorary Artist einnahm. Seit August 2019 ist er Solocellist im Frankfurter Opern- und Museumsorchester und Mitglied des Hindemith Streichquartetts"
