Cover La traversée

Album Info

Album Veröffentlichung:
2020

HRA-Veröffentlichung:
25.09.2020

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • 1River04:43
  • 2Archipel07:52
  • 3Le temps divisé02:45
  • 4Dans mon pays04:35
  • 5The Path04:53
  • 6Ventoux05:46
  • 7Incendie blanc02:19
  • 8Chaleur grise05:04
  • 9River04:46
  • Total Runtime42:43

Info zu La traversée

Matthieu Bordenave - zwischen zeitgenössischer Komposition und Jazz. Auf seinem ECM-Debüt "La Traversée" begibt sich der Tenorsaxophonist Matthieu Bordenave mit Florian Weber und Patrice Moret Fahrwasser des legendären Jimmy Giuffre 3.

Vor zwei Jahren machte der in München lebende französische Saxophonist Matthieu Bordenave als Mitglied des Trios von Shinya Fukumori bei ECM auf sich aufmerksam. Das erste Album dieses Trios, "For 2 Akis", wurde in der internationalen Presse als Geheimtipp gefeiert. Nun stellt Bordenave bei ECM ein eigenes neues Projekt mit dem deutschen Pianisten Florian Weber und dem Schweizer Bassisten Patrice Moret vor. Auf "La Traversée" ("Die Überquerung") erkundet Bordenave das musikalische Terrain zwischen zeitgenössischer Komposition und Jazz. Einen subtilen Einfluss auf Bordenaves Trio übte das legendäre Jimmy Giuffre 3 mit Paul Bley und Steve Swallow aus, dass - so sagt der Saxophonist- in den 1960ern "Neuland erschloss, das für Improvisatoren noch heute relevant ist". Bei der Aufnahme von "La Traversée" ließ er sich von einem ähnlichen Ansatz im Triospiel leiten, "bei dem sich melodische Linien ineinander verflechten und in den Nuancen der Töne aufblühen, wenn jeder einzelne Musiker seiner Intuition folgt."

Bordenave betont in seinen Kompositionen für das Trio, dass dies eine Musik ist, in der Raum eine bedeutende Rolle spielen wird, ein Gefühl, das durch die asketische Natur der Improvisationen bestätigt wird. Aber es ist auch eine Musik, die - in ihrer ruhigen Art - einige Risiken eingeht: denn bevor die Musiker die Aufnahmen machten, gaben sie nur wenige Konzerte als Trio. "Es war mir wichtig, nicht zu oft live zu spielen", sagt Matthieu. "Ich wollte die Arrangements nicht festlegen und finalisieren, sondern Dinge für mögliche Änderungen im Studio offen lassen..."

Ideen für das Projekt waren jedoch schon seit geraumer Zeit aufgekeimt. Bordenave und Florian Weber arbeiteten das erste Mal vor fünf Jahren zusammen, als Matthieu den Pianisten zu gemeinsamen Auftritten in dem Münchner Club Unterfahrt einlud. Auf dem Programmstand dabei Musik, die allgemein mit Edith Piaf assoziiert wird. "Florian ist selbst Halbfranzose und kennt die Kultur sehr gut - alles vom Chanson bis zu moderner klassischer Musik. Es war äußerst interessant, mit ihm zu spielen, und so blieben wir über die Jahre in Kontakt."

In der Vorbereitung auf das neue Album "sprachen Florian und ich viel darüber, wie wir einige der Farben der Modernen Komposition einfließen lassen könnten. Ich liebe zum Beispiel Messiaen und Dutilleux. Ich wollte etwas von diesem Sinn für Komplexität in den Akkorden widerspiegeln. Zu viel Komplexität kann sich für Improvisatoren jedoch als ein Gefängnis erweisen. In einigen Stücken, wie etwa 'Archipel', nehmen wir nur ein kleines Fragment geschriebenen Materials und entwickeln es weiter und weiter..."

Als Bassist für das Projekt wurde Patrice Moret ausgewählt, der mit seiner improvisatorischen Phantasie und aufmerksamen Notenwahl sowie seiner Fähigkeit genaustens zuzuhören bei ECM-Aufnahmen von Colin Vallon, Elina Duni und Nicolas Masson eine bedeutende Rolle gespielt hatte. "Er hat einen wunderschönen Ton", sagt Matthieu. "Ruhig und kräftig zugleich - was für diese Art von Musik sehr wichtig ist."

Ruhig und kräftig, feinfühlig und entschlossen - mit diesen Attributen könnte man auch die Beiträge von Bordenave und Weber beschreiben. In dieser teils komponierten, teils improvisierten Musik finden die Musiker zu drei unabhängigen Stimmen, die interagieren, sich kreuzende Wege einschlagen oder frei umherstreifende Kontrapunkte in einem Post-Giuffre-Idiom entwickeln.

Der Klang von Bordenaves Tenorsaxophon, von DownBeat vor kurzem als "leicht und doch strukturiert und autoritativ" beschrieben, ist beeindruckend. Die Art und Weise, wie er den oberen Tonumfang seines Instruments einsetzt, und seine Phrasierung und sein Ton - insbesondere auf diesem Album - spiegeln, wie er mutmaßt, vielleicht all die Jahre wider, die er damit verbrachte, auf dem Altsaxophon klassische Musik zu spielen: "Ich glaube, dass ich die Register in meinem Kopf transponiere. Und in diesem Trio spiele ich nicht immer für das Saxaphon typische Linien, sondern phrasiere manchmal vielleicht fast schon wie ein Cello..." Ein besonders bewundertes Vorbild unter Jazzsaxophonisten ist für Matthieu Warne Marsh. "Aber das Wichtigste ist für mich, einen persönlichen Sound zu finden, der zum Kontext passt."

Florian Weber, der für ECM schon mit Markus Stockhausen das Duo-Album "Alba" (2016) sowie mit seinem eigenen Quartett "Lucent Waters" (2018) eingespielt hat, wurde kürzlich mit dem Belmont-Preis für zeitgenössische Musik ausgezeichnet. In ihrer Begründung schrieb die Jury: "So unbegrenzt die Möglichkeiten, so ökonomisch und konzentriert ist sein Klavierspiel. Anstelle der postmodernen Geste tritt die Arbeit an der musikalischen Substanz." Der im April verstorbene Lee Konitz bezeichnete Weber als einen "der kreativsten Pianisten, mit denen ich je gespielt habe. Er hat das Feeling, die Struktur, einfach großartig."

Im Booklet von "La Traversée" merkt Bordenave an: "Wie in einem Gedichtband, in dem eine bestimmte Atmosphäre vom Text ausgeht, sind die Stücke wie in einem Mosaik in Einklang miteinander..." Die Poesie lieferte auch atmosphärische Inspiratioon für Kompositionen. Jede wurde nach Zeilen und Bildern aus dem Werk von René Char betitelt. Char war nicht nur einer der großen französischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts (oder wie Matthieu es formuliert: "ein Leuchtturm für viele Künstler"), sondern schrieb auch zahlreiche Gedichte, die von den Aromen der Provence durchdrungen sind. "Die Melodien waren Antworten auf einige der Gedichte oder basierten auf Impressionen, die sich aus ihnen ergaben." Der Fluss, auf den sich das erste und letzte Stück des Albums beziehen, ist die Sorgue, die Char den "Fluss des Respekts vor den Träumen" nannte. Die Sorgue fließt durch das Örtchen Pernes-les-Fontaines, in dem die Studios La Buissonne zuhause sind. Genau dort entstand unter der Regie von Produzent Manfred Eicher im Oktober 2019 natürlich auch "La Traversée".

Matthieu Bordenave, Tenorsaxophon
Patrice Moret, Kontrabass
Florian Weber, Klavier




Matthieu Bordenave
Der 35-jährige Tenorsaxophonist Matthieu Bordenave aus Südfrankreich studierte zunächst klassisches und Jazzsaxophon in Paris, bevor er zum Masterstudium an die Münchner Musikhochschule kam. Mittlerweile gilt er mit seinem lyrischen, nuancenreichen Spiel, das auf Anhieb wiedererkennbar ist, als einer der herausragenden Stimmen des europäischen Jazz, wie auch seine zahlreichen Aufnahmen belegen.

Darüber hinaus gilt er als eine der spannendsten Stimmen des zeitgenössischen Jazz in Europa. Neben drei Einspielungen beim Traditionslabel ENJA Records, von Kritikern hoch gelobt, debütierte er 2018 bei ECM mit dem Shinya Fukumori Trio.

Mit seiner letzten Veröffentlichung „Terre de Sienne“ verfolgte Bordenave, der Synästhetiker ist, also Farben hört, die Idee, einzelne Farben in musikalische Kompositionen umzusetzen. Auf diese Art erschuf er faszinierende Tonmalereien, die BR-KLASSIK als „zeitlose Bilder von entrückender Schönheit und Kraft“ bezeichnete.

Begleitet wird Bordenave von dem mehrfach preisgekrönten Pianisten Florian Weber, der durch die Zusammenarbeit mit Stars wie Pat Metheny, Albert Mangelsdorff und Michael Brecker ebenso international für Aufmerksamkeit sorgte wie mit seinen vielen eigenen Projekten. Auch der Dritte im Bunde, Bassist Patrice Moret, gehört zum Who’s Who der europäischen Jazzszene und trat in der Vergangenheit unter anderem als musikalischer Partner von Uri Caine, Kurt Rosenwinkel und Nils Wogram in Erscheinung.



Booklet für La traversée

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